Der Unerzogen-Shake…

FrüchteshakeSieht gut aus,  oder?!  Dieser gutaussehende und gut schmeckende Shake war nicht nur gesund und lecker,  sondern ist auch philosophisch 😉

Kennt ihr das,  Kinder die gern schütten?! Wenn ihr Kinder habt,  ist die Antwort vermutlich „ja“. 😉 Meine Bengel schütten jedenfalls gerne, kleckern, matschen, kippen, gluckern…  Alle Variantionen…

Nun ist es so,  dass gebe ich gern zu,  dass in meiner kleinen,  meist tendenziell chaotischen Küche mit zwei Kindern unter4 der Stresslevel doch manchmal steigt, wenn meine Bemühungen hygienische Mindeststandards einzuhalten und nebenbei ein Essen für 2,5 Personen zu zaubern durch die Flüssigkeitsexperimente der Bärenbande erschwert wird…

Und dann ist da noch der Punkt „Lebensmittelverschwendung“, wenn ich auf der schmalen Grenzlinie tanze zwischen dem Wunsch, meinen Jungs ihre Freiheit, ihren Forscherdrang und ihren Spaß am Essen, Trinken und Entdecken zu lassen auf der einen Seite und auf der anderen Seite dem Wunsch und Bedürfnis eine 4köpfige Familie mit minimalem Budget biologisch und möglichst fair zu ernähren und meinen Kindern Respekt und Ehrfurcht vor Lebensmitteln zu vermitteln…

Wir stehen also in der Küche, tpische Szene, der Große will Rhabarbersaft trinken, dann will er Milch…. Schweren Herzens schütte ich ihm mit größter Mutterliebe eine Tasse Dinkelmilch ein… DENN… es ist der letzte Rest, den ich geistig schon für einen Kaffee eingeplant hatte.. Nur ein winziges Bißchen lasse ich für einen kleinen Kaffee in der Packung zurück. Aber was solls, er trinkt ja schon Saft, vielleicht lässt er eh genug Rest stehen, damit ich doch noch zu einem großen Kaffee komme…

Doch schon kippt er seinen Saft mit in die Milch „Ich mag das so!“ 🙈 Auwei, ich muss die Zähne zusammenbeißen. Es ist ja Seins, sein Geschmack ist eben anders…Nein er macht es nicht  um mich zu ärgern, sondern weil er eben neugierig und experimentierfreudig ist… Doch noch während ich diese schwer eingeübten Gedanken durch meinen Kopf laufen lasse passiert es: Er trinkt einen Schluck, nimmt die Mischung und kippt alles in die Dinkeldrinkpackung 🙈 Mein Kaffee, futsch, der Rhabarbersaft verekelt,  die Küche durchs schütten vollgekleckert 😤 „WAS SOLL DENN DAS SCHONWIEDER?!“ herrsche ich ihn nun endgültig aus der Ruhe gekommen harscher als gewollt an.

Und dann passiert der Zauber, das Wunder, was sich manchmal einstellt wenn man „Inbeziehung“  leben ganz doll übt:

Ich sah seine traurigen Augen und die erschrockene Körperhaltung,  die zeigte war ich so gerne zu ihm sage wenn es um sein Verhalten zum kleinen Bruder geht „Warum redest du so,  ich will,  dass wir alle liebevoll miteinander umgehen!“

Anstatt also auf der im Kopf vorgefertigten Schiene weiterzufahren und zu schimpfen stieg ich aus dem Erziehungszug aus. Ich atmete durch und fragte nochmal ruhiger, liebevoll und in dabei über den Kopf streichelnd „Du wolltest beide Sachen haben,  warum hast Du es nun in die Packung geschüttet?“

Und da schaut er mich mit großen Augen an und sagt „Ich wollte das nicht mehr trinken und wollte es deshalb wegräumen…“ Ja. So gibt es für meine Einsicht ein tolles Geschenk zurück: Einen Blick in den süßen rücksichtsvollen Kopf meines Juniorbären.

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Und da ich nun so gar nicht mehr ärgerlich sondern verliebt und verbunden bin, fällt mir auch eine Lösung ein… ihr ahnt es schon, die Rhabarbermilch wird die Grundlage für einen Shake mit gefrorenen Himbeeren, Apfelstücken und sonstigen Fundsachen aus der Küche, wir bereiten ihn zusammen zu, trinken ihn zusammen und ich genieße ihn mehr als jeden Kaffee 🙂 Prost, auf „Beziehung statt Erziehung“ 😉

 

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