Sich selbst lieben ist wie zaubern können :-) – Teil 1

Ok ok, ich bin wie immer trödelig weit hinterher mit meinen Schreibplänen… wenn eine kleine Stenographin alles, was ich nachts in meinen Stillstunden so denke, mittickern und hier veröffentlichen würde, dann hättet Ihr eine Fülle an feinsten philosophischen Gedanken zur Verfügung 😉 Aber so ist es leider nicht, ich muss zwei Kinder, einen Haushalt und ein menschliches Schlafbedürfnis zur Seite wuchten, um etwas schreiben zu können… Viel leichter fällt es mir, mit dem Handy in der Hand mal kurz bei Instagram reinzustolpern und meine Gedanken rauszulassen.

Dort habe ich mir im Oktober eine kleine Challenge zu meinem Geburtstag gestellt:

„Bald habe ich meinen 33.(!!) Geburtstag und und da ich in diesem zarten Alter durch einige Herausforderungen der letzten Jahre herausgefunden habe WIE WICHTIG es ist, sich selbst zu lieben, mache ich mir selbst ein Geschenk: Mit dem #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen werde ich jeden Tag im Oktober eine Sache posten, die ich geschafft oder gemacht habe oder bin, auf die ich besonders stolz bin!“

Und da dort, ganz zu meiner eigenen Überraschung, einige tolle Gedanken (und ein echter Knaller am Monatsende *spoileralarm*) herausgekommen sind, habe ich mir vorgenommen, diese Sammlung hier noch zu verewigen 🙂

1. Oktober

Stillabzeichen[1].jpgHeute starte ich mit einer besonderen Heldentat: Mit 4Jahren Stillzeit! Bei der lieben green_lovely_avocado sah ich kürzlich ein „Stillabzeichen“ (herzlichen Glückwunsch zu diesem Meilenstein! 🎈 🎉) und wusste, das will ich auch! Als ich die Liste mit Stillabzeichen dann fand, war ich erstaunt, wie viele Herausforderungen ich in den letzten Jahren gemeistert habe (siehe oben)! Ganz ohne falsche Bescheidenheit kann ich sagen, dass ich eine Gänsehaut bekam, als ich so gesammelt sah, was ich alles geschafft habe! Für meinen Junior war das Stillen wahnsinnig wichtig, manchmal der letzte Bindungshalt zwischen uns beiden, sein letzter Anker, wenn er der Welt entglitt und ich bin SO WAHNSINNIG STOLZ AUF MICH, dass ich es geschafft habe, ihn zu stillen. Trotz Kaiserschnitt, fehlender Anleitung und Unterstützung, trotz Neurodermitis auf den Brüsten, trotz Milchüberschuss, trotz einer Verbrennung auf den Brüsten, die mir eine Woche Höllenschmerzen bei jedem Stillen bescherte… Trotz neuer Schwangerschaft und Geburt, trotz eines neuen Babys, trotz Phasen nah am Burnout… etcetc. Ich stillte ihn bis zu diesem Punkt, jetzt mit 4Jahren (2becontinued), wo er nur noch wenige Male im Monat für einige Sekunden „stillt“ (vermutlich um zu testen, ob er es noch darf 😅). Ich habe sein Bedürfnis gestillt im wahrsten Sinne des Wortes und ich fühle mich deshalb wie eine Heldin!!! so wie sich jedes bemühte und liebevolle Elternteil für sein Kind fühlen sollte (stillend oder nicht) !

 

2. Oktober

rauchfrei.jpg

Heute ist ein Montag morgen, allein mit zwei Wirbelwinden…also ein kurzes #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen. Früher rauchte ich, ein bis zwei Schachteln die Woche, manchmal mehr. Und ich bin sehr stolz zumindest sagen zu können, dass ich seit dem ersten Verdacht, ich könne schwanger sein (der sich bestätigt hat), im Dezember 2012 KEINE EINZIGE ZIGARETTE mehr angerührt habe. 🚭😇
Habe ich auch nicht mehr vor 😉

 

3. Oktober

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Heute war ich eine echte Scheißmutter! Wisst ihr, warum ich den Hashtag #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen gewählt habe für meine 31Tagestolzaufmich challenge? Weil es manchmal so unmöglich scheint, mich selbst lieben zu können, wie zu zaubern. Besonders, wenn ich eine Scheißmutter bin! Aber was soll man machen…? Ich bin von einer Scheißmutter großgezogen worden (die selbst von einer sehr gewaltvollen Scheißmutter erzogen wurde), ich habe einen Scheißvater und echte Scheißgroßeltern. Scheiß Schicksal. Aber wisst ihr, worauf ich echt STOLZ bin?! Ich bin die erste in einer langen Reihe von verwandten Menschen, die WEIß, wann sie scheiße ist, und die auch um Verzeihung bitten kann! Ich sage bewusst nicht, um „Entschuldigung“, denn ich versuche, nicht mehr in einem Konzept von „Schuld“ zu leben. Ich bin schuldig, du bist schuldig, der ist schuldig…und am Ende bringt es niemandem etwas. Ich lebe lieber in einem Konzept von Verantwortung. Manchmal sind andere oder die Umstände verantwortlich, dann brauche ich mich nicht zu zerfleischen, sondern übe mich darin, Dinge hinzunehmen. Manchmal bin ich verantwortlich und dann kann ich etwas ändern. Zum Beispiel wenn ich eine Scheißmutter bin, kann ich aufhören, eine zu sein und so handeln, wie ich es eigentlich möchte: Mit Liebe und Verbundenheit! Und ich kann um Verzeihung bitten, mein Kind zum Beispiel. Und kann sagen, dass das, was ich getan habe, nicht die liebevolle und respektvolle Art war, die er (und jedes Lebewesen) verdient und dass ich daran arbeite, erlerntes Verhalten in liebevolles zu ändern. Und ich kann mich selbst um Verzeihung bitten, um Verständnis und Akzeptanz für das was ich bin, damit ich meine Kraft nicht auf schuldig fühlen verwende, sondern darauf, meine Bedürfnisse zu erfüllen, damit ich mit anderen liebevoll sein kann. Und da heute Tag der Deutschen Einheit ist kann ich auch diesen zweiten Grund stolz zu sein mitnehmen: Ich bin stolz darauf, dass ich gelernt habe mir selbst zu verzeihen. 🌻✌

 

4. Oktober

Muetzenbaer.jpg

„Du bist die beste Näherin der Welt und machst die schönsten Sachen!“ sagte mein Junior mit leuchtenden Augen als er sah, wie ich an der von ihm gewünschten „Drachenmütze“ arbeite. Ganz im Ernst, ohne gefragt zu werden 😍 hach, ist er nicht süß?! Und auch wenn ich wohl nicht die Beste bin, so haben doch ich und die Kinder oft selbst genähte Dinge an und ich bin stolz darauf, nähen gelernt zu haben und stetig weiter zu üben und zu lernen 😊 #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen
Und weil ich seine leuchtenden Augen so liebe, habe ich die Mütze nachts noch fertig gestellt und heute morgen wartet sie auf seinem Bären vor der Schlafzimmertür 😉

5. Oktober

DSC_0165.JPGHeutiges #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen : Ich bin stolz darauf, dass ich mutig und entschlossen bin 😁 zum Beispiel waren diese 30cm Zopf gestern noch mein Haar, aber ich fand das Haarewaschen dauert zu lange und 10 Minuten später hatte ich einen äh…neuen veganen Malerpinsel oder so… 😂 Ich habe in meinem Leben schon oft neu angefangen, beruflich, mit neuen Menschen, oder neuem Wohnort. Manche finden meine Bauchentscheidungen vielleicht verrückt 🙃 aber für mich hat sich dadurch immer viel entwickelt und das im Großen und Ganzen zum Guten hin 🤗 (zum Beispiel dauert haarekämmen nun nur noch 1minute 😋)

 

6. Oktober

#notheidisgirl

Puh, dazu gäbe es so viel zu sagen! Zunächst finde ich die Idee der @vulvarines toll und möchte das unterstützen. Natürlich wäre ich nie Heidis Mädchen geworden, denn mit unter 1,60m habe ich die Voraussetzungen nicht einmal mitgebracht, als ich noch Jugendliche war und nur einen Apfel die Woche aß um „endlich“ unter die 55kg zu kommen. Trotz meiner Mühe nannte man mich in der Schule „Atomarsch“ oder „Fettarsch“. Allerdings bin ich wohl einfach so, denn mit 6Jahren sagte die Mutter einer Freundin schon zu mir ich hätte einen „Entenarsch“ und „Wurstfinger“. Ja, in so einer Gesellschaft Leben wir, in der das schon zu 6jährigen gesagt wird. Ein Satz, der so tief saß, dass er noch jetzt, mehr als 15jahre später, nachhallt. #fuckbodyshaming
Aber es ist inzwischen ja nicht nur bodyshaming im TV, auch das Innere soll ja nun vereinheitlicht werden „personalityshaming“ oder so?! „Du hast einfach keine Persönlichkeit!“ sagte Heidi Klum mal zu einem Mädchen als ich es noch schaute. Die junge Frau hörte kaum noch auf zu weinen. Überall im TV entwickeln sich plötzlich Formate, in denen ganz ungestört und unkommentiert Menschen gedemütigt werden. opiumfürsvolk ? Warum machen wir da mit? Ich habe inzwischen zwei gesunde und großartige Kinder unter meinen Speckrollen getragen und geboren. Und mit meinen kleinen Brüsten genährt. Und darum, 30 Jahre zuspät, liebe ich nun meinen Körper. Und meine Persönlichkeit. Ich bin #notheidisgirl ❗ Ich bin stolz, ich zu sein, wie ich bin! #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen und ich wünsche mir, dass in unserer Gesellschaft mehr Unterstützung für diese Selbstliebe entsteht, damit unsere Kinder keine 30 Jahre brauchen, um sich anzunehmen!

 

7. Oktober

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Heutiges #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen :
Ich bin stolz darauf, dass ich mein Abitur habe. Obwohl es nur ein dummer Lappen ist. Aber dieser Lappen ist hart verdient! Dank des ständigen Umzugwahns meiner Mutter ging ich auf drei Grundschulen und zwei weiterführende, bevor ich in der 11. Klasse die Schule abbrach, weil ich es leid war mich wie ein dummer Fisch zu fühlen (obwohl man mir durchgehend eine hohe Intelligenz zusprach, der Satz, der wohl am häufigsten in meinen Zeugnissen stand war „sie kann gut mitarbeiten und hervorragende Leistungen bringen…WENN Sie Lust auf das Thema hat“… 😂🙈ob die Lehrer da nie selbst mal ins Grübeln kamen?!)! Ich zog aus, arbeitete und begann irgendwann eine Ausbildung. Dort wurde ich (und jede Angestellte) sowas von herablassend behandelt, dass mir klar war, wenn die Ausbildung vorbei ist, mache ich noch einen Abschluss und werde selbst Chef…Damit es auch freundliche Chefs gibt. Nach der Ausbildung wurde ich jedoch fest angestellt, und da ich dieses Angebot, Geld und Erfahrung zu verdienen, nicht ausschlagen wollte, entschied ich mich für eine Abendschule -neben der Vollzeit Arbeit. Ich quälten mich durch drei Jahre, arbeitete 40-50 Stunden die Woche. Ging jeden Abend 4 Stunden zur Schule und lernte Dinge, die mich größtenteils nicht interessierten und von denen ich wusste, ich brauche sie nie mehr…. Doch schließlich schaffte ich es, auch Dank der Hilfe von Mitschülern, die mir (im Gegensatz zum Lehrer) halfen, Grundlagen zu verstehen, die ich in meiner Schulwechselkarriere verpasst hatte. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass das Schulwesen unflexibel und unmenschlich ist und ein Abschluss maximal einen gewissen Fleiß bescheinigen kann, nicht aber Wissen. Und dass ich meinen Kindern gern helfen möchte, Spaß am Lernen zu behalten, um ihr volles Potential zu entfalten!

 

8. Oktober

Kuchenfreuden[1].jpg

Tag 8 von #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen geht an unsere Familienernährung. Es ist nicht, wie ich es mir wünsche. Wir müssen Abstriche an die vorhandenen Ressourcen machen, zB kann ich längst nicht jeden Tag frisch kochen und wenn ich koche, sind es öfter nur Nudeln mit Tomatensauce… ABER ich habe sehr gut durchdacht, was ich möchte und wir arbeiten uns langsam da hin, wir kaufen einen Großteil Biolebensmittel und ich mache so oft es die Zeit zulässt Dinge selbst -gern auch mit den Kindern zusammen -, nicht nur kochen, sondern auch einkochen, zB Apfelmus und Marmeladen 🍓🍒🍎 oder auch mal Kuchen, wie diesen veganen Käsekuchen, auf den mir die „gesunde Lena“ im Newsletter Lust gemacht hat (zu finden bei HealthyLena) 😋

 

9. Oktober

Oekoduscher.jpg

Guten Appetit… Äh nee, gut dusch 😜🚿
#sichselbstliebenistwiezaubernkönnen des Tages: ich bin stolz, an meiner Ökobilanz zu arbeiten. Zum Beispiel, indem ich Körpershampoo in der Plastikflasche gänzlich durch Naturseifen ersetzt habe. Das spart Plastikmüll und hat nicht mehr so zahlreiche Inhaltsstoffe, die schlecht für meinen Körper und für die Umwelt sind. Auch Haarshampoo möchte ich ersetzen, heute gab es zB Roggenmehlshampoo und Rinse aus Schwarztee, prost 😁☕
Einen müllreduzierten Einkauf in unser Nahrungsmittelkooperative habe ich ja mal gezeigt. Es gibt hier an allen Ecken noch viel zu tun, aber das Umdenken hat schon einmal angefangen und Schritt für Schritt arbeiten wir hier an weniger Müll, und insgesamt weniger tiefen ökologischen Fußabdrücken 🙆👣

 

10. Oktober

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Heute kam mein Mini zu mir an, sagte dass er „kacka“ gemacht hat und verlangte eine frische Windel!! Wer meinen Eintrag/Hilferuf von vor einigen Wochen gelesen hat, weiß vermutlich, was mir das bedeutet 😍 wir haben noch unsere ups and downs mit der Autonomie… Aber immer wieder lösen sich plötzlich „Probleme“ von selbst, wenn ich versuche auf meine Jungs einzugehen. Das, was wir machen: unerziehend, gleichwertig, bedürfnisorientiert, liebevoll,…, ist nicht „nur laissez faire“, wie einige denken. Ich möchte behaupten, dass die Kinder „einfach machen lassen“ oft sehr viel schwerer ist, als Erziehung! Manchmal zweifel ich, öfter verzweifel ich. Und trotzdem – oder gerade deswegen – bin ich STOLZ, dass ich mich für einen Weg entschieden habe, der viel Vertrauen ins Kind erfordert und vielleicht noch mehr Bauchgefühl und Selbstvertrauen. Und wegen des offiziellen Endes der Windelkrise (🙄😌😜) wird das heute mein #sichselbstliebenistwiezaubernkönnen 😉

 

Das war der erste Streich… Die nächsten 10 Gründe werde ich in Teil 2 zeigen 😉

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